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La Punteta · 19 de Febrer de 2015. 09:00h.

XAVIER RIUS

Punt de mira

Der dritte Weltkrieg

Der Dritte Weltkrieg wird jedoch kein Kampf zwischen Kapitalismus und Kommunismus sein, sondern zwischen dem Islam und dem Westen. Aber es wird auch kein groß angelegter Konflikt sein, sondern ein kalter Krieg mit regionalen Konflikten und Terroranschlägen, wie der gerade erlebte in Paris, welche über Jahre hinweg verlängert werden können. Ein Krieg niedriger Intensität.



Die Geschichtsschreiber werden sich nun allerdings darüber einigen müssen, ob dieser Krieg am 11. S (New York 2001), am 11. M (Madrid 2004), am 7. J (London 2005) oder aber an diesem Mittwoch in Paris begann. Denn dieses Attentat gegen Charlie Hebdo war nicht nur durch zwei einsame Wölfe geführt. Es war ein regelrechter, militärisch geplanter Kampfeinsatz und leider sieht es ganz danach aus, dass dies nicht der Letzte sein wird.

Genauer gesehen, haben sich der Islam und der Westen immer gerieben. Sie waren wie zwei tektonische Platten. Es scheint sehr lange her zu sein, aber man sollte sich an die Schlachten von Poitiers (732), Konstantinopel (1453), Granada (1492) oder Lepanto (1571) erinnern. Wien, im Herzen Europas, wurde innerhalb anderthalb Jahrhunderte zweimal vom Osmanischen Imperium belagert: 1529 und 1683.

Wenn sich die Geschichte, wie man sagt, wiederholt, könnten wir vor einem neuen Zeitraum der Ausdehnung des radikalsten Islam stehen. Immerhin hat der Daesh – im Unterschied zu Al-Qaeda – eine territoriale Ausweitung erreicht. Auch in Nigeria verfolgt Boko Haram ein islamisches Kalifat. Nigeria ist kein Land unter sonstigen: es ist das am meisten bevölkerte Land Afrikas.

Erwähnenswert ist, dass auch der Westen das Seinige zum Zusammenstoß der Zivilisationen beigetragen hat. Im Film “Robin Hood” (2010) – Regie von Ridley Scott – fragt in einer der ersten Szenen König Richard Löwenherz, kurz vor seinem Tod in Frankreich, Russel Crowe während der Belagerung der Burg von Châlus (1199):

- "Welche Meinung verdient nach dir meine Kreuzfahrt? Wird Gott mit meinem Opfer zufrieden sein?

- Er wird es nicht.

- Warum sagst du dies?

- Wegen dem Gemetzel bei Acra, Herr. Als Sie uns befielen, 2.500 musulmanische Männer, Frauen und Kinder zusammenzudrängen. Die junge Frau, die ich, an den Händen gefesselt, zu meinen Füssen liegen hatte, sah mich an und in ihren Augen war keine Angst. Auch kein Zorn. Nur Mitleid. Weil sie wusste, dass indem Augenblick in dem du den Befehl gäbest und der Stahl über ihre Köpfe fiel, in diesem Augenblick würden wir gottlos sein. Wir alle. Gottlos”.

Zusätzlich hat der Westen auch Fehler gemacht. Nach dem Anschlag des World Trade Center haben es die USA, durch die Kriege in Afghanistan und im Irak, versäumt, die Sympathiewelle, die aus aller Welt, auch aus den arabischen Ländern, kam, zu nutzen. Abu Ghraib und andere haben es letztendlich ganz verdorben.

Aber wenn das Attentat gegen Charlie Hebdo, wie Samuel Hungtington sagte, kein Beispiel für den Zusammenstoß der Zivilisationen ist, was ist es dann? Wie die durch den Islamischen Staat enthaupteten Journalisten. Oder die Entführung von 200 Mädchen seitens Boco Haram. Oder der Anschlag gegen ein Einkaufszentrum in Nairobi (Kenia) im September 2013. Oder die Anschläge der Taliban gegen den internationalen Flugplatz in Karachi (Pakistan) im Juni letzten Jahres. Der Terror hat sich globalisiert.

Dahingegen ist eines der Probleme, die wir in Europa haben, die politische Korrektheit. Diejenigen, die seit Jahren darauf Aufmerksam machen, dass wir ein Problem mit dem Islam haben – oder zumindest mit einem Teil des Islam – werden automatisch als Rassisten, Ausländerfeinde oder Islamofob, eins der Modeworte, gekennzeichnet.

Es ist sonderbar: die Mehrheit der offiziellen Verurteilungen, die ich nach dem Anschlag gegen Charlie Hebdo erhalten habe – die Meisten aus den Medien oder den Medien nahestehenden Branchen – beriefen sich auf die “Meinungsfreiheit” oder das “Recht auf Information”, aber niemand steckte den Finder in die Wunde und sprach über den islamistischen Terror.

Wenn gleich die Autoren des Gemetzel mit dem Ruf “Allah Akbar” (Allah ist groß) schossen und bevor sie kaltblütig ein Duzend Menschen töteten und elf verletzten, verkündigten sie dass sie “den Propheten” rächen wollten. Auf dem Rückweg, bevor sie mit dem Auto flüchteten, riefen sie noch: “Wir haben den Propheten Mahoma gerächt, wir haben den Propheten Mahoma gerächt”.

Selbstverständlich darf man nicht behaupten, dass alle Moslem Terroristen sind; aber alle islamischen Terroristen sind Moslem. Wir haben ein Problem mit den Moscheen und den Imans – oder einigen Moscheen und Imans – obwohl, im Grunde genommen, unsere Regierungen es bis jetzt vorgezogen haben, zur Seite zu schauen.

Man braucht lediglich die Sure At Taubah, die Reue, zu lesen, wo es heißt: “Allah wird die Gläubigen, welche ihr Leben und ihre Güter für die Sache Allahs bis zum Sieg oder bis zum Tod opfern, mit dem Paradies belohnen” (Sure 9, Ayah 110). Einverstanden, in der Bibel kann es ähnliche Passagen geben – wie das berühmte Auge um Auge – aber die Bibel hat in den westlichen Gesellschaften nicht den Einfluss, den der Koran in den islamischen Gesellschaften hat. Ganz und gar nicht.

Und außerdem, ehemals passierten diese Dinge in weit entfernten Ländern, wie Afghanistan oder Pakistan. Aber jetzt passiert dies mitten in Europa oder vor ihren Toren: der islamische Staat wiedersteht in Kobane, obwohl diese, gerade neben der türkischen Grenze liegend, schon seit hundert Tagen bombardiert wird.

Erschwerend kommt hinzu, dass der arabische Frühling die gesamten südlichen Mittelmeeranrainer destabilisiert hat. Tatsächlich hat lediglich Tunesien einen angehenden Demokratisierungsprozess begonnen. Die übrigen Länder verbleiben regungslos, wie Marokko; sie sind richtige Diktaturen geworden – weltliche oder religiöse – wie Ägypten oder sie sind direkt gescheitert oder in Auflösung begriffen, wie Libyen.

Über die gerade erwähnte politische Korrektheit hinaus, hat Europa noch ein weiteres Problem, welches ihm in den Rücken fällt. Die Wirtschaftskrise, welche nun schon sieben Jahre andauert und deren Auswirkung vor Allem die Streitkräfte gespürt haben. Groß Britannien widmet der Verteidigung 2,49 % des BIP, Frankreich 1,89 %, Italien 1,7 %, Spanien 0,6 %. Nach zwei Weltkriegen – die in Wahrheit Bürgerkriege waren – sind in Europa Streitkräfte nicht sehr Populär.

Es spielt sowieso keine Rolle, da es kein konventioneller Krieg sein wird. Es wird auch kein kalter Krieg sein. Die Regeln des Krieges, welcher wir sehen – ertragen – werden, stehen weder in den Klassikern von Clausewitz noch von Sun-tzu. Daesh und Boko Haram, wie auch vorher Al-Quaeda, wissen, wie man Terror verbreitet. Letztendlich haben sie ein Medium, von welchem Goebbels nur träumen konnte: Internet und die neuen Technologien.

Im Grunde genommen hat das Foto vom letzten Sonntag, mit allen europäischen Lidern in der ersten Reihe, die Unfähigkeit des Westens dieser neuen Bedrohung die Stirn zu bieten, gezeigt.

Letztendlich, und dies ist der einzige Trost, können wir diesen Krieg auf Grund der technischen Überlegenheit zu Glück nicht verlieren, aber leider können wir ihn auch nicht gewinnen. Weltweit gibt es ungefähr 1,6 Milliarden Moslem – die Zahl stammt von Ayaan Hirsi Ali. Würden sich nur 1 % radikalisieren, ergäbe dies 16 Millionen Djihadisten. Kein Land der Welt hat jemals ein Heer mit 16 Millionen Soldaten geführt. Es sind ihrer viele, welche sich übrigens bequem in den Ländern, die sie aufgenommen haben, eingerichtet haben.

Xavier Rius, Journalist

Editor of Barcelona-based online newspaper e-notícies


 

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6 Comentaris

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#5 Oriol2, BCN, 25/02/2015 - 17:29

"Aber wenn das Attentat gegen Charlie Hebdo, wie Samuel Hungtington sagte, kein Beispiel für den Zusammenstoß der Zivilisationen ist, was ist es dann?" Escolta, vols dir que això està ben traduït?

#4 Cesc, Bcn, 20/02/2015 - 11:40

Què ens hi juguem que tractant-se del Sr. Rius, i digui el que digui, és un article a favor dels musulmans i en contra dels jueus?.

#3 Jonoentenclalemany Perònohodigueuaningú, Barcelona (Spanien), 19/02/2015 - 20:55

Me parece que era Jeminguay el que decía que la palabra "krieg" en alemán sonaba todavía más terrible que en otras lenguas.

#2 Herr Ehem, Ehemstadt, 19/02/2015 - 20:08

Ehem, ehem...

Al Qaeda, nicht Al Quaeda, bitte!!

#2.1 Herr Ehem, Ehemstadt, 20/02/2015 - 18:49

Insisteixo, es Al Qaeda, no Al Quaeda. En alemany, en japonès i en xinès (xinès de la Xina popular i xinès de la Xina nacionalista).

#1 Jonoentenclalemany Peròmolamolt, Barcelona (Spanien), 19/02/2015 - 20:05

Qué wunderbar!!